Philosophie

Die Entwicklung

Die Gemeinschaft der Hochzeitsfotografen ist in den letzten Jahren unglaublich schnell gewachsen. Es sind viele neue Kollegen mit ausgefallenen Ideen und frischen Bildsprachen aus ganz verschiedenen Berufszweigen dazugestoßen, erst als Hobby, dann Leidenschaft - bei manchen schließlich mit der Entscheidung, die Fotografie hauptberuflich zu betreiben. Internationale Plattformen rufen zu ständigen Wettbewerben auf. Man misst sich mit den besten und erfolgreichsten Hochzeitsfotografen der Welt. Spektakuläre Kompositionen, ungewöhnliche Perspektiven und ein schier grenzenlose Kreativität verschaffen uns interessante Einblicke in einen Hochzeitstag. Wir investieren viel Geld in unser Equipment, besuchen Workshops, um unsere Arbeitsweise zu verfeinern, helfen uns gegenseitig und empfehlen uns an Brautpaare. Die Kollegialität ist einzigartig in der Fotobranche.

Der negative Trend

Diese „explosive“ Entwicklung hat allerdings auch eine weniger schöne Randerscheinung. Mag das Ansehen der Hochzeitsfotografie im Vergleich zu den 80er und 90er-Jahren gewachsen sein, so hat eine Position keinen besonders guten Stand mehr - der Fotograf in Kirchen! Früher wurde der Geistliche informiert, dass ein Fotograf vom Brautpaar beauftragt ist, die Zeremonie zu begleiten. Das war von den Kirchen so akzeptiert, geduldet und wurde entsprechend zugelassen. Durch die ständig wachsende Zahl der Fotografen und „Fotografen“, Smartphones, Tablets etc. hört man heute immer öfter, dass Geistliche die Fotografie während der Trauzeremonie untersagen oder nur erlauben, z.B. den Ein- bzw. Auszug zu fotografieren. Manche Fotografen werden sogar für den kompletten Gottesdienst auf die Empore verbannt. Das ist sicher schon einigen, selbst den Erfahrenen unter uns, so ergangen. Der Geistliche argumentiert, er könne vor Beginn seiner Zeremonie nicht abschätzen, wie sich der bestellte Fotograf benimmt. Dazu gibt’s haarsträubende Geschichten, die diese Haltung durchaus verständlich machen. Das wollen wir ändern!

Die Lösung

Die Trauzone hat sich zum Ziel gesetzt, dieses „angeschlagene“ Verhältnis wieder in Ordnung zu bringen, die Kluft zwischen Geistlichen und Fotografen nicht größer werden zu lassen, sondern durch den gezielten Dialog das Verständnis beider Seiten zu sensibilisieren und wieder näher zu bringen. Wir wollen zeigen, dass wir die Regeln der Kirche gelernt haben, verstehen und respektieren. Dass wir uns an Absprachen halten, die wir vor dem Gottesdienst mit den PfarrerInnen getroffen haben. Mit einem Trainingsprogramm, das zusammen mit Pfarrern ausgearbeitet wurde, bietet die Trauzone einen weltweit ersten „Prüfstand“ für ein angemessenes Verhalten von Fotografen in Kirchen an und fördert so die Kommunikation zwischen den Geistlichen und Fotografen. Die Trauzone sieht sich nicht als Kontrollinstanz, sondern als Verbindung beider Sichtweisen, auch als Anlaufstelle für Beschwerden und Schlichtungsstelle. Wir trainieren und prüfen uns und übernehmen damit die Verantwortung für unsere Paare und für unsere Kollegen, die nach uns in den selben Kirchen fotografieren. Schließlich erwarten wir von anderen Dienstleistern, denen wir auf Hochzeiten begegnen, dass sie „über ihren Tellerrand schauen“ - und das sollten wir auch tun!

Der geprüfte Status des Fotografen - das Zertifikat - soll dem Geistlichen ein Gefühl der Sicherheit geben und somit dem Fotografen in Zukunft die Erfüllung seiner Aufgaben in Kirchen erleichtern.
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