PfarrerInnen


Auf einer Pfarrkonferenz irgendwo in Deutschland, kommen Pfarrer A und Pfarrer B ins Gespräch. Sie kennen sich recht gut.


Na, du siehst nicht gerade gut aus heute Morgen. Schlecht geschlafen - oder was?

Nee, mich beschäftigt immer noch etwas vom letzten Wochenende, da... -

-... waren nur wenig Leute im Gottesdienst?

Nein, ich meine den Samstag. Da hatte ich 'ne Trauung und ich hatte mich richtig darauf gefreut. Die Braut war mal meine Konfirmandin, und sie hat nachher lange im Kindergottesdienst mit gearbeitet. Ich wollte es richtig gut machen.

Kann ich mir gut vorstellen.

Ja, aber da war so einer von diesen Hochzeitsfotografen dabei, und das ging echt daneben. Der hat dauernd fotografiert und ist überall in der Kirche rumgelaufen - also keine Rücksicht auf die Situation, überhaupt kein Gespür für das, was da vor sich geht. Und dann hat er noch während des Vaterunsers dem Brautpaar, den Hochzeitsgästen und mir sozusagen ins Gesicht fotografiert. Du, ich war echt fertig und ...-

Ja, wieso hast du denn nichts gesagt?

Das hätte das Ganze ja noch mehr zerstört, das wollte ich nicht.

Also ich hätte das nicht durchgehen lassen. Meistens kommen die ja vor der Trauung zu mir. Da sage ich dann ganz klar, was geht und was absolut daneben ist. Klare Grenzen sag ich dir - die haben bei mir nichts zu lachen!

(Geschrieben und erzählt von Pfarrer i.R. Frisch)


Solche und ähnliche Situationen erleben Pfarrerinnen und Pfarrer immer wieder. Die Trauzone hat sich zum Ziel gesetzt, es nicht dabei zu belassen, das Verhältnis zwischen Geistlichen und Hochzeitsfotografen zu verbessern. So, dass beide Seiten ihre jeweiligen Aufgaben im Traugottesdienst angemessen und ohne Ärger erfüllen können.

Die Trauzone wagt den Dialog.

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